Verschiedene Diskussionen zum CSD 1997 -2020 / Discussions on CSD 1997-2020

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Stonewall was a riot –
Queere Selbstermächtigung ist mit anarchistischen Kämpfen verwoben.
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Als die Queer Bar Stonewall Inn 1969 von der Polizei durchsucht wurde, organisierten die Leute spontan einen militanten Widerstand, viele Teilnehmende waren Queers, Homos und trans* Leute (zum Beispiel Transfrauen of Colour wie Sylvia Rivera und Marsha P. Johnson). Die folgenden Befreiungskämpfe der queeren Bewegungen wurden überall auf der Welt durch diesen Ausbruch von Radikalität beeinflusst.
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1997 gab es den ersten alternativen, nicht-kommerziellen CSD in Berlin als Abspaltung vom größeren, kommerziellen CSD.
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Auch dieser sogenannte „transgeniale CSD“ kam durch einen selbstermächtigenden Akt zustande. Damals gab es ein Zitat Anfang 1997 vom damaligen CDU-Fraktionsvorsitzenden Landowsky: „Es ist nun einmal so, dass dort wo Müll ist Ratten sind, und dass dort, wo Verwahrlosung herrscht, Gesindel ist. Das muss in dieser Stadt beseitigt werden.“

Rattenwagen beim Berliner CSD 1997 (Bilder oben: Dan Nicoletta)

Aus Protest, Wut und Wille zum Widerspruch gegen diese Aussage wurde der „Rattenwagen“ ins Leben gerufen und nahm am CSD teil: die Insass*innen wühlten  im Dreck, badeten in einer mit Schlamm befüllten Badewanne und pissten hinein.

Eingeschlammte Punks am Rattenwagen beim Berliner CSD 1997 (Bild: Dan Nicoletta)

(Bild:  Fotograph unbekannt)

Zwischen Sekt, Natursekt und Schlamm ein Päuschen… Während der Wagen rollt.

Das war dem auf Sauberkeit und Bürgerrechtsordnung bedachten CSD-Organisatoren sowieso schon ein Dorn im Auge. Zumal schon die Vertretung der Lufthansa politisch am Kudamm angegriffen wurde, wo doch deren schwule und lesbische Vertreterinnen auf dem CSD mitliefen (Lufthansa ließ damals Abschiebungen in ihren Flugzeugen zu). Zum Eklat kam es als eine Präsentation des großen CSDś im Genuß der Schlammwann kam. Auf einer Bühne performten lauter Homos verschiedene schwule Menschen der Zeitgeschichte. Unter anderem Ernst Röhm, ein SA-Führer. Konkret stand ein Homo auf einer Bühne in voller SA-Uniform und mit Hackenkreuzbinde. Ein linksradikaler Homo, der sich in der Schlammwanne vergnügt hatte, nutzte die Gelegenheit und bewarf diese geschmacklose und dumme Präsentation. Diese politische Sauerei wurde all die Jahre unterschlagen. Stattdessen wurde immer wieder die albernen verdreckten Autos als Ausschlussgrund des Rattenwagens angegeben (Und diese verkürzte Version findet sich leider auch auf wikipedia wieder: https://de.wikipedia.org/wiki/Transgenialer_CSD )
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Auch der transgeniale CSD hatte einen militanten Ursprung.
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Die offizielle CSD-Demoleitung meldete diesen Teil der Demonstration daraufhin bei den Bullen ab, ohne die Teilnehmer*innen davon zu informieren, und gab den Rattenwagen direkt der Repression durch die Bullen frei. Vordergründig wurde bedreckte parkende Autos als ein Grund des polizeilichen Eingreifens genommen. Die politische Attacke auf die Präsentation des schwulen Ernst Röhms aber war dem CSD-Orgateam der eigentliche Grund. Der Rattenwagen wurde von der Polizei gekesselt und es war klar das der Wagen nur frei kommt wenn er mit größtmöglicher Begleitung nach Kreuzberg kommt. Als die Bullen nach dem Brandenburger Tor, den Wagen aus der Menge ziehen wollten, gab der Wagen Vollgas und mit ihm rannten einige hundert queere Menschen mit und ohne Stöckel „Unter den Linden“ in Tuntengalopp zu dem Platz der Abschlußkundgebung. So konnte der Wagen nicht isoliert werden von der Demo. Zwei weitere Wagen (SO36 und Schwuz) gesellten sich dem Rattenwagen zu, nahmen ihn in die Mitte und um die 300 Tunten, Lesben und Schwule drängten auf ein Signal hin die Bullen zur Seite und fuhren mit den Wagen los. Die Bullen waren verdaddert, hielten sie uns für wehrlose dumme Homos (damals haben die Bullen noch nicht mit schwulen und lesbischen Bullen den CSD begleitet). Das war die Geburtsstunde des transgenialen CSDś als Alternative zum kommerziellen und bürgerrechtsdominierten großen CSD (dessen Ursprung übrigens in einer von der linken Schwulen- und Lesbenbewegung der 70er Bewegung lag und von Stonewall und dem Riot inspiriert war). Mit den sich solidarisierenden Menschen wurde als Spontandemo nach Kreuzberg gezogen. „Angekommen auf dem O-Platz waren wir natürlich alle glücklich und happy und feierten das entsprechend“.
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Lange Zeit konnte sich der Transgeniale CSD ohne große weitere Übergriffe behaupten. Anfänglich zog der neugeborene TCSD immer die O-Straße rauf und runter und endete mit einem Fest vor dem SO36.  Der Versuch die Straße zu räumen konnte die Jahre daraufhin immer vereitelt werden. Irgendwann war der TCSD und die Party einfach zu groß. Es kamen aber auch immer mehr Menschen, die mit dem politischen Inhalt nichts oder wenig zu tun hatten, und unsere Feierkultur für sich abgreifen wollten. Die in Eigentum investierten, in Parteien waren und zum Teil frauenfeindlich oder rassistisch waren. So gab es bewußte Überlegungen den TCSD absichtlich zeitgleich zum „großen CSD zu machen. Die „Gemeinde“ sollten sich entscheiden, wo sie hingehört…
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2003
Erst 2003 gab es dann einen neuen Übergriff. Diesmal von weißen, deutschen und zumeist heterosexuellen Männern (sogenannte Anti-Deutsche) auf den TCSD. Am Hermannplatz, dem Auftaktort der Demo, marschierten plötzlich Kriegsbefürworter und – befürworterinnen auf, wedelten mit der US-Flagge und Israelflaggen. Es kam zum Eklat, weil die Demo sich nicht von nationalistischen und kriegsbefürwortenden Strömungen (ehemaliger) Linker beeinflussen lassen wollte. Die Demo setzte nach lautstarken Auseinandersetzungen den TCSD fort, die Kriegsbeworter schätzten den homo, queeren und lesbischen Haufen als manipulierbarer ein als er war und waren sehr verwundert über die damalige starke und eindeutige Ablehnung der Vereinnahmung und des Spaltungsversuches. Die Polizei bot Unterstützung an, welche die Orga „dankend“ ausschlug. Die „Antideutschen“ wurden einfach abgedrängt, nachdem sie die Fahnen nicht einrollten, und ihnen blieb nichts anderes als sich abgesondert von der Demo und an die Fersen des TCSDś zu heften. Zeugnis von diesem Umgang mit dem Übergriff findet Ihr in einer eindeutigen Presserklärung 2003 TCSD. Dieses Ereignis beeinflusste dann auch den Aufruf zum nächsten TCSD Aufruf TCSD 2004 – Kopie .
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2007
Auf dem Transgenialen CSD war sich die Polizei nicht zu doof einen Teilnehmer festzunehmen der sich einen BH ins Gesicht gehängt hatte. Man hatte dem Transgenialen CSD die 23.te Einheit zur Seite gestellt, die damals einen ausgesprochen miesen Ruf hatte (und wahrscheinlich noch immer hat). Aufgeheizt von Heiligen Damm und den G8 Gipfelkämpfen, die nicht nur gut für die Gegenseite verlief, schienen hier die Cowboys in Uniformen (Nein Frauen waren nicht dabei und auch keine Schwuchteln) Ihr Mütchen kühlen zu wollen. Die Demo ging nicht weiter, bis nicht alle Leute von der Polizei freigegeben wurden. Ihr Mannschaftswagen wurden denn auch umzingelt. Als die beiden Moderatösen (Pony & Kleid) sich aus Solidarität zu dem BH-Träger mit einer Sturmhaube vermummten wartete die Polizei zähneknirschend das Ende der Demo ab. Um dann am späten Abend einen Zugriff auf eine der beiden Moderationen zu machen. Es kam 2008 zum Prozess, den die 23te verlor. Die spassbefreiten Beamten wurden bis in die Bild-Zeitung hinein lächerlich gemacht. „Wie blöd muß man sein, auf m CSD eine Person festzunehmen die einen BH im Gesicht trägt.“ Im Prozess verurteilten die Teilnhemer*innen die Beamten damals dazu eines Tages in der Hölle zu schmorren um dann mal von zünftigen Homos anständig durchgepeitscht zu werden.
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2019
2019 organisierte ein Teil von uns den libertären CSD in Berlin. Wir gingen 50 Jahre nach dem Aufstand in der Christopher Street in den USA bewusst durch Schöneberg und knüpften an die Entstehungszeit des emanzipativen Gedankens an; Sichtbarkeit queerer Lebensweise und Widerstand, diese Lebensweise auch zu verteidigen.
Um die 600 bis 1000 Menschen nahmen am Libertären CSD 2019 teil. Ein Flyer: Libertärer CSD 2019
Und ein Interview in der Siegessäule. Das haben mehrere in der Gruppe damals abgesegnet. Hier zu finden: siegessäule – Kopie
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Die Vorbereitungsgruppe „Working Class Queeros“ zerbrach leider später an internen Dominanzproblemen und wir konstituierten uns neu und derzeit noch ohne Namen und bestritten mit einigen anderen den diesjährigen „Anarchistischen CSD“. Working Class Queeros Erklärung
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Wir sind bemüht die Klassenfragen aus einer anarchistischen Sicht bewusst in den CSD mit rein zuholen. Das ist nicht leicht, weil der CSD oft alleinig mit Identitätsfragen und geschlechtlichen Vorlieben beschäftigt sind. So als haben wir nicht alle einen „Struggle“ um Arbeit, wenig Geld, wenig Zeit, viel Stress und Druck etc. im Alltag zu lösen. Warum alleine damit rumschlagen? Warum nicht als Queers Klassenverhältnisse zum Thema machen? Als anarchistische Queers. Einige Migrant*innen unter uns sind in sehr prekären und beschissenen Arbeitverhältnissen. Und die „Kartoffeln“ unter uns können sich auf ihr Einkommen auch nicht viel einbilden. Wenn die Anmelderin mitten während dem diesjährigen „Anarchistischen CSD“ auf die Nachtschicht gehen muss, sagt das was über unsere Arbeitssituation aus.
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Entgegen der Annahmen, wir hätten den „Radical-Queer-March“ 2019 organisiert, wir haben als Demoteilnehmer*innen teilgenommen. Wir haben nicht in der Vorbereitung gesessen. Wir distanzieren uns allerdings nicht vor der Orga. Sie ist zerrieben worden zwischen den kriegspolariserenden Positionen (verkürzt runtergebrochen auf pro Israel und pro Palästina) und war schlicht überfordert mit dem Druck von allen Seiten. Ihr Problem war und ist das der Linken.
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Ein Teil der „Antideutschen“ haben viele Auseinandersetzungen seit Jahren bewusst vergiftet und entsprechend polarisierte sich auch auf der anderen Seite des Konfliktes die Positionen. Sichtbar wurde letzteres auf dem „Radical-Queer-March“. Der Pro-Palästine-Block auf dem „Radical-Queer-March“ war wenig offen für Diskussion und scherrte gleichmacherisch auch alle anderen Teilnehmer*innen auf der Demo über einen Kamm (Auswirkungen dieser „Nicht“-Auseinandersetzung hatten wir somit auch auf dem diesjährigen CSD zu bewältigen).
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Für uns war klar, der Einsatz von Polizei auf einer Demonstration gegen andere Demoteilnehmer*innen – und seien sie noch so vernagelt (boniert, engstirnig, idelogisch, dogmatisch, doktrinär, taktisch, egozentriert, selbstverliebt – es gibt so herrlich viele Wörter) – würden wir nicht dulden. Das war ein Fehler der Orgagruppe rund um den radical-queer-March. Aber auch aus Fehlern kann man lernen. Wenn wir nicht stark genug sind, unsere Demos politisch zu schützen, dann ist das unser Problem. Dann haben wir das zu lösen. Nicht die Polizei. Zumal es sich bei dem Pro-Palästinablock eben auch um viele Nichtdeutsche handelte, die eh schon Alltagsrassismen ausgesetzt sind.
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Das Grundproblem aber liegt in der Auseinandersetzungskultur innerhalb der Linken, an ideologisierten staatstragenden Deutschen, an kriegspolarisierende Positionen, die nur Gut und Böse kennen wollen, und an viele die sich wegducken aus Angst, sie könnten plötzlich stigmatisiert werden, bloss weil sie eine andere Meinung haben. Dies hat zu einer Sprachlosigkeit geführt, die zu nichts führt.
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2020 – Anarchistischer CSD. Toll ist er geworden, bei allen Konflikten, die wir zu bewältigen hatten, und die uns zum Teil auch übergestülpt worden. Als wären wir die Projektionsfläche, mit der man sich allerlei Übergriffe erlauben darf. Darf man nicht!
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Wir haben den für Alle offenen und anarchistischen und queeren Charakter politisch und kulturell auch während der Demo verteidigen müssen und die Demo wie geplant zum Abschluss gebracht. Unseren Schätzungen zufolge waren wir über 1000 Menschen.
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Wir hatten uns zwischen der Altlasten der Bewegung, ihrem ungeklärten Verhältniss zum Nahost-Konflikt und kriegspolarisierenden binären Postitionen  zu bewegen (Darum haben wir bewusst das Motto „Gegen jeden Krieg. Gegen jede Herrschaft“ gewählt).
Zwei Teilnehmerinnen (sie gelten als Kader des BDS) einer Gruppe von „Queer for Palästine“ sind in aggresiver und grenzüberschreitender Weise gegen Teilnehmer*innen des ASCD vorgegangen (und waren auch auf dem „Radical-Queer-March 2019“ durch aggresives Verhalten aufgefallen). Ein Versuch mit Menschen von dieser Gruppe zu reden, die uns gegenüber offen waren, unterband die Person in autoritärer Weise auf der ACSD-Demo mit Anweisungen („Nicht reden mit der Person“). Soviel Angst hat die Person davor, das andere Meinungen auf offene Ohren in ihren Reihen treffen könnten. Diese Gruppe wurde von uns übrigens mehrfach vor der Demo angesprochen und angemailt um eine Auseiandersetzung anzubieten. Aber einem Teil ging es nicht um Auseinandersetzung sondern nur darum sich zu zelebrieren. Entsprechend eskalierten sie auf der Demo gegen die Anmelderin (PoC) , Moderation (deutsch-arabische Kartoffel), gegen Übersetzungen (Arabisch), gegen arabische und türkische Teilnehmer*innen und gegen Wagenschutz (Kartoffel). Sie glaubten ein Recht zu haben auf dem ACSD reden zu können – dabei sabotierten sie andere Redebeiträge, schrien Leute an, die ihnen nicht nach dem Mund redeten, misgenderten Personen und zelebrierten sich als Opfer. Es gibt kein Anrecht auf ein Mikro für irgendwen, und auch ein moderiertes offenes Mikro  ist moderiert – wer eine andere Demo machen will soll sie doch mal endlich machen, aber dazu ist man sich seit Jahren zu fein und stört stattdessen wo man glaubt es zu können. Als sie das Microphone bekamen um mal zu hören was da denn an Substanz kommt, hatten sie nur Heiße Luft, Phrasen und Lügen anzubieten. Nichts dazu wie der Palästina-Israel-Konflikt aus queerer und anarchistischer Sicht anzugehen sei. Sie machten Handyaufnahmen von ihren übergriffigen Aktionen und glaubten gewonnen zu haben, als sie das Mikro in der Hand hatten. Es war erbämlich weil hinter dem ganzen Geschrei war es erstaunlich inhaltsleer. Ihr taktisches Verhältniss zu dem ACSD und auch zum Thema offenbarte sie dann schlussendlich, als sie kurz nach ihrem leeren Statement die Demo mit ihren nichtnationalistisch-nationalistischen Bannern verließen. Da erst hätte doch die Diskussion angefangen. Aber davor haben sie Angst. Wir deuten dies als Praxis von Kaderorgansationen, die auf einem anarchistischen CSD nichts zu suchen haben. Das ganze war ein starkes Eigentor. Wir sind gestärkt aus diesem Konflikt hervorgegangen – wie immer die Deutung in ihrer Propaganda aussieht. (Es wird einen Beitrag der Vorbereitungsgruppe dazu angedacht – dies hier ist nur eine Bericht der Vorkommnisse)
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Wir hatten einen Homo- und transfeindlichen Übergriff, weil einigen arabischen Mackern die Präsenz von arabischen Queers in der Sonnenallee nicht passte. Den Angriff haben wir ebenfalls beantworten müssen. Die Demo mußte einen Stopp einlegen, bis wir diese beiden zeitgleich laufenden Konflikte für uns und zum Schutz der Demo geklärt hatten.
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Unterwegs empfing uns dann „Transophonix“. Wunderbare queere Blasmusik. Und alle gingen ab. Erwähnt sei auch ein Beitrag der spontan kam von einem Schwulen, dessen Freund im Handwerkbereich arbeitet und gemobbt wird wegen seiner sexuellen Orientierung. Und deshalb sei nach wie vor die Präsenz auf der Straße wichtig, wie eben dieser ACSD.
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Am Hermannplatz angekommen hatten wir natürlich nicht mehr soviel Zeit wegen des Konfliktes und mussten die Beiträge deswegn auch kippen und auch die kleinen Shows litten dann darunter.
Auch die Polizei zeigte sich plötzlich wieder in bekannterweise, als sie die Leute aufforderte nach der Demo den häßlichen Hermannplatz zu verlassen. Als wäre ihnen ein Zacken aus der Krone gefallen, wenn sie uns dort hätte sitzen lassen. Aber dir Revange kam, ein Teil der Demo nahm sich später am Heinrichplatz eine Straße und machte diese ein Weile lang dicht. Die Polizei realisierte das dann nicht und viele hatten ihren Spass.
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Wir sind noch mitten in vielen Gesprächen untereinander, folglich ist alles Schriftliche zu diesem CSD noch unfertig. Aber wir sind glücklich und auch ein bißchen stolz auf Euch’und auch auf uns, weil wir gemeinsam eine andere Qualität in die vielen verschiedenen Auseinandersetzungen und Konflikte reinbringen konnten. Unterstützt gerne dieses zarte Pflänzchen.
Mehr demnächst

 

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Anarchist queer march – Anarchistischer CSD: Why Anarchy and Queer Lives are connected

Queer empowerment has been embedded in anarchist struggles
When the Stonewall Inn in 1969 was raided by the police, people organized spontaneous violent resistance, some of them queer, homo, trans* (for example trans women of color such as Sylvia Rivera and Marsha P. Johnson). Queer liberation movements all over the planet  have been influenced by this eruption of radicality.

In 1997, there was the first non-commercial, alternative „transgenial“ pride parade in Berlin. It split from the bigger commercial pride parade in an act of empowerment. This is how it happend: There was a quote from the then CDU fraction leader Landowsky at the beginning of 1997: „It is a fact that where there is rubbish there are rats, and where there is neglect there is riffraff. That must be eliminated in this city.“
In protest against this statement, the „Rat Wagon“ was created and participated in the CSD: the passengers symbolically dug in the dirt (a bathtub filled with mud and piss) and threw it at a performace of the CSD: On stage, some gay people of contemporary history performed. Among others Ernst Röhm, an SA leader. That means concretely, that a homo stood on a stage in full SA-uniform and with a swastika bandage. A homo, who was enjoying himself in the mud tub, took the opportunity to throw dirtr at this tasteless and stupid presentation.

The official CSD demo leadership then deregistered this part of the demonstration without informing the participants and let the rat waggon be oppressed by the police.  On the surface, muddy parked cars were used as an pretense for police intervention. But the political attack on the presentation of the gay Ernst Röhm was the true reason for the CSD organizing team to do so. The rat wagon was chained by the police and it was clear that the wagon would only be released if it was escorted by as many people as possible to Kreuzberg. When the cops wanted to pull the car out of the crowd after the Brandenburg Gate, the car accelerated and several hundred queer people ran with it to the place of the final manifestation, so that the car could not be isolated. Two more wagons (SO36 and Schwuz) joined the rat wagon and about 300 drags queens, lesbians and gays pushed the cops to the side at a signal and drove off with the wagons. That was the birth of the transgenial CSD as an alternative to the commercial and civil rights dominated big CSD, whose actual origin was the left-wing gay movement of the 70s. Arriving at Oranienplatz everybody was of course happy and happy and celebrated accordingly. (see a shortened version at https://transgenialercsd.wordpress.com/geschichte/)

Today ACSD: What we like
Many people understand that anarchy has nothing to do with chaos and that anarchy is a way of life that wants the good, a just life for all, without states and war. Without exploitation. And without obeying the rules of heteronormativity. All A_genders and A_sexualities should be free.
That’s why this year we are organizing the Anarchist CSD. Some of us have been with the Transgenial CSD since its formation, others joined later.
A larger part of the current group organized the libertarian CSD in 2019. https://noblogs.org/members/wcqbln/ But after there were problems with domination within the group the „collective“ came to an end. There is also a paper criticizing the human interaction in the „collective“.